Interviews mit Uwe Dick

»Für Dichter werbe ich«

Uwe Dick, ein dichtender Einzelgänger und ein Sprachkünstler ohne Konkurrenz, schreibt seit Jahren gegen die Tyrannei literarischer Moden.

von Matthias Part

Zwei große Säle in der Münchner Residenz wurden zu klein, um weit mehr als tausend Hereinströmenden Platz zu bieten, die im vergangenen Dezember dabei sein wollten, als Uwe Dick den mit 15.000 Euro dotierten Jean-Paul-Preis bekam. So einen Andrang hatte es noch bei keiner Literaturpreisverleihung gegeben. Das musste selbst der bayerische CSU-Kultusminister Thomas Goppel bestaunen. Am 15. April 2008 trat Uwe Dick mit Michael Lentz im Salzburger Literaturhaus auf. Davor nahm Uwe Dick sich Zeit für ein Interview.

SN: Wie passt das zusammen, dass Sie in München schon lange nicht mehr vor Publikum lasen bzw. rezitierten, die Zeitungen Ihre Bücher nicht besprechen, Sie den Ruf haben, ein Schwieriger und Einzelgänger zu sein … Und dann drängen plötzlich so viele Leute Ihretwegen in die Residenz-Säle und Sie bekommen Standing Ovations?

Dick: Vielleicht, weil die Wirkungsgeschichte sprachlicher Kreationen nicht mit populärer Resonanz zu verwechseln ist. – Vielleicht aus Dank für 40 Jahre lustvollen Widerstands gegen die Tyrannei literarischer Moden, sprich: serielle Billigtristik, gegen die Regentschaft der Phrasen, legos statt logos!, DES-»Informations-Zeitalters«, gegen Neusprech, medialer Meinungsterror, das ist heute Political Correctness.

SN: Keiner habe den Jean-Paul-Preis je so verdient wie Sie, meinte Laudator Michael Lentz, der Sie zu seinen Lehrmeistern zählt. Ist das nicht eine verwegene Behauptung, wenn man dran denkt, dass diesen renommierten Preis ja auch schon Größen wie Friedrich Dürrenmatt, Sarah Kirsch und Co. bekommen haben?

Dick: Nun, das begründet Michael Lentz in seiner Laudatio. »Verwegen«? Nicht für Leser, die meine Gespräche – auch! – mit Jean Paul kennen, aber mehr noch meine ethischen und poetologischen Konsequenzen aus der Weltschau dieses Dichters, dessen Definitionsmacht, Traumkraft, epigrammatische Präzision sogar in weit schwingenden Sätzen, politische Hellsicht, Witz und Tiefsinn all denen lächelnd spottet, die seine Universalien aufs Schulmeisterlein Wutz verspitzwegten, altfränkisch verfachwinkelten. Zu verhornt für Visionen und zu dumm für den »Clavis Fichtiana« oder die »Vorschule der Ästhetik«.

SN: »Und immer wieder Jean Paul« betitelt sich Ihr Programm heut Abend im Eizenbergerhof. Von ihm heißt es, der sei in Zeiten wie diesen zu kompliziert zu lesen. Man hört z.B. Lehrer klagen, dass sie schon froh sind, wenn ihre Schüler Patrick Süskinds Bestseller »Das Parfum« schaffen. Wie sollten diese dann einen »Siebenkäs« oder »Titan« meistern?

Dick: Unser Programm! Michael Lentz nicht zu vergessen! – Jean Paul »kompliziert«? Für Flachköpfe, ja. Im Gewohnheitsrecht der dasigen Legasthenokratie müsste unsereins – nach Gebrauch eines Relativsatzes – ohnehin mancher Klage auf Körperverletzung gewärtig sein, schützte uns nicht die geistige Wehrlosigkeit dieser Opfer kollektiver Selbstverstümmelung.

SN: Ihr neues, bei der edlen ASKU-PRESSE veröffentlichtes Buch »Marslanzen. Vasallen recht sein muß« wird’s wohl schwer haben, ein Bestseller zu werden. Sie trauen Ihren Lesern darin ja wieder einiges zu. Formal wie etwa die Paraphrase eines Hölderlin-Gedichts. Aber auch inhaltlich wie Ihre Ansichten zum Balkankrieg.

Dick: Bestseller interessieren mich nicht, aber Festseller, idealiter Sprachfestseller. Nicht gedruckte Konversation, Faadfood. Dichte statt Dauer – abstruser Wortverbrauch. Überdies: Die Mund-zu-Mund-Beatmung von Eintagsfliegen gebiert keinen Wundervogel. – Richtig: Ich nehme jeden Leser ernst, traue ihm viel zu. Wenn ihm das eine Zu-mutung ist, darf ich ihn wohl bedauern. – Der römische Feldherr hatte die Marslanzen zu schütteln, bevor’s in den Krieg ging. »Marslanzen« schrieb ich, ein Kriegskind, Jahrgang 1942, absolut wider Willen: ein Denken in Stimmen. Im Geheul der Medienmeute, im Hallraum moderner jugoslawischer Poesie und balkanischer Festkultur; es sind die Wortwege eines Waldläufers, Traumprotokolle, Bildersequenzen und Dialoge ungezählter Reisen seit 1965 durch Südosteuropa. Zuletzt im Fluch einer erneuten Militarisierung deutscher Außenpolitik, die nicht möglich wäre ohne die – nichts ist vorbei! – Willfährigen der Schurkenstaatsräson und der »humanitären Panzerfisten«.

SN: Sie schreiben so viel vom Krieg und so wenig von der Liebe. Warum?

Dick: Dieses Nein zum Krieg ist Liebe!

SN: Apropos Liebe: »Nur der Freie liebt Freie«. Das ist doch ein Grund-Satz Ihrer »Sauwaldprosa«?

Dick: Ja. Und es ist ein Satz Jean Pauls, den die wenigsten kennen – oder zu leben lernten. Unter Freiheit verstehen knechtselige Kriecher allenfalls das Beliebige. Bis unters nächste Kriecherdenkmal.

SN: Nicht nur in diesem seit Jahrzehnten anwachsenden »work in progress« werben Sie ja immer wieder für andere Literaten. Ihre lange Liste reicht von A wie Achmatowa bis Z wie Zanzotto. Wen empfehlen Sie in Ihrem nächsten Buch?

Dick: Für Dichter werbe ich. Auch für »Helden« der Zivilcourage. »Literaten« meide ich. Was im nächsten Buch geschehen wird, weiß ich nicht. Zuerst einmal soll es mich überraschen! Derzeit sinds … Einwortromane.

Erschienen in Salzburger Nachrichten am 12.04.2008
Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Salzburger Nachrichten

Optimierung des Denkens durch Witz

Ein schriftlich-mündliches Interview mit Uwe Dick

von Hanne Knickmann* und Gunther Nickel**

[Wir veröffentlichen hier das vollständige Interview, das in VOLLTEXT um die in eckigen Klammern gesetzten Passagen gekürzt wurde.]

[Prolog, telefonisch:
UD: Habts eian Schliwo scho offn? Dann kemma offanga!]

(1) Herr Dick, den Öd, Wirthausphilosoph aus Ihrem vor rund 20 Jahren erschienenen Bio-Drama eines Amok denkenden Monsters, lassen Sie einmal sagen: »Wemma frogn deaf: Bei wem lossn Sie dengga?« In Ihren Werken, allen voran in der Sauwaldprosa, haben seither viele Dichter und Denker ihre Spuren hinterlassen …

… die Spuren hab natürlich ich hinterlassen.

… Karl Kraus, Nestroy, Lichtenberg, Jean Paul – aber auch Arno Schmidt, Ezra Pound, Chlebnikow, Andrea Zanzotto – um nur einige zu nennen. Diese Mischung läßt aufhorchen. Wo werden die Werke dieser Poeten für Sie produktiv?

Werke? Nein. Aber Sätze. In einem Prozeß von Spruch und Widerspruch. Bis ihr Wie und ihr Was meiner Beobachtung standhalten, stimmig sind und – vielleicht – möglich als Universalien auch für andere Menschen. Seit 50 Jahren im Gespräch mit der Weltliteratur – von Laotse bis Pablo Neruda, von Horaz bis Günther Anders, von Emily Dickinson bis Marina Zwetajewa – prüfe ich, ob sich ihre verlockenden, brillanten, kühnen Worte in den Fährnissen und Ausnahme-Situationen meines Lebens bewähren: Ungedeckte Wortschecks verachte ich; egal, ob von Dichtern, Philosophen, Musikern, Malern, Wissenschaftlern, oder von Mitmenschen des Alltags. Aus meinen Phonographien sprechen sie oft.

(2) Neben einer beträchtlichen Anzahl szenischer und lyrischer Arbeiten – darunter der Monolog eines Radfahrers, Theriak, Das niemals vertagte Leben, Pochwasser, der Cantus firmus für Solisten mit Pferdefuß – ist die mittlerweile in fünf Fortschriften aufgelegte Sauwaldprosa Ihr Hauptwerk. Was erwartet die Leser da?

Biographie statt Karriere. Die Siege und Niederlagen eines Menschen, der – seit 1969 – ernst macht mit der Empfehlung: Weniger verbrauchen, um weniger verdienen zu müssen. Bis in den Abbruch geistigen und materiellen Versorgtseins. Die Folge: Soziale Ächtung. Aber ein Experiment erlangt Beweiskraft nur unter schwierigsten Bedingungen. »Unmöööglich?«, »… geht nicht?« Glatt widerlebt! – Doch vieles mehr ist die Sauwaldprosa; zum Beispiel: Das Lustprinzip im Oberstübchen. Die Autonomie der Wörter, konträr zum Journalismus der Aufgeregten und Blutgeilen, … auch das Erlebnis: Wenn Geschichte im Kopf stattfindet (wo sonst?), gewinnen öffentliche und private Mythologien gleichen Status, will die Sprache sich, den ganzen Raum der Möglichkeiten, Vernetzung in mindestens drei Dimensionen, also keine Ablauf-Mechanik linearen Dichtens und Trachtens. Und weils in der Sauwaldprosa von jeder Zeile aus gleich weit ist zur nächsten Information (= Beobachtung, Metapher, Störung, Bewegungskurve, epigrammatische Dialektik, Sinngebung, Subversion des Fragens, Vokabelargwohn anzumuntern …) mag jeder kreuz- und querlesen wie es ihm beliebt, sich zu verlieren oder zu finden im Anderen, im (hie und da magischen) »Realismus« eines multiformen Kosmodramas der Mitleidenschaft, inklusive kurzweiliger Aufspaltungskomödien.

(3) Bevor Sie in die Literatur wechselten, haben Sie als Reporter und Journalist für Tageszeitungen geschrieben. Dieser Schnitt hat ausgerechnet um 1968 stattgefunden. Zu einem Zeitpunkt, als andere Autoren sich mit Vehemenz politisierten. Wie radikal war dieser Schnitt für Sie wirklich?

Die Zeitungsarbeit kündigte ich auf, weil ich Logos wünsche, nicht Legos. Politisch gläubig war ich nie. Neue Augen brauchen wir, nicht neue (Partei-)Brillen. Ein Journalist bin ich noch immer, am liebsten dort, wo Medienlakeien unisono schweigen, wo Journullisten wirtschaftsfaschistische Imperative apportieren und wo großteutsche Staatsraison die Verbrechen ihrer Drobigen heilügt.

[Ein Beispiel?

Das deutsche Serbien muß sterbien! … zum Dritten, 1999! Und noch immer.]

(4) Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder Versuche, Sie politisch zu vereinnahmen: von links wie von rechts. Wie erklären Sie sich diesen Wunsch von beiden Seiten zugleich?

Rinks und lechts … mit einem Gruß von Jandl! Besonders an Leute, die weder zuhören noch lesen können. Daß sie manchen meiner Sätze auf Transparenten umhertragen (nicht ohne orthographische Fehler mitunter) oder in ihre Arsenalantworten aufgenommen haben, stört mich wenig, wie die Summe meiner Wortkreationen in Texten und Überschriften elender Skribenten. Bestohlen werden kann nur, wer etwas hat; na bitte!

(5) Wer für Ihre Texte Etiketten sucht und sich für »engagierte Literatur« entscheidet, greift zwar nicht ins Leere, aber doch viel zu kurz. Ähnlich ergeht es dem, der an »littérature pure« denkt und dabei nicht zu unrecht auf das Langgedicht Planetarisches Salz verweist. Ein Widerstreit?

Der literarische Ordnungsdienst täuscht sich »absolut sicher«. Mappenweis‘ Wapperlpapper; in Serie die Etiketten bayrisch, wortgewaltig, kompliziert; inflationär die Nettiketten skurril, kaustisch-köstlich, staatsfeindlich, atheistisch, ökomanisch, bis hin zu dem Vorwurf eigenwillig. (Na, was denn sonst?!): Doch solcherlei »-ketten« halten mich nicht im Lager der Billigtristik, der gedruckten Konversation, der Geschwätzindustrie. Weder belle ich Wachhundprosa, noch warte ich, daß man mir das Wort erteile. Ich nehm’ es mir. Sonst wär ichs nicht.

(6) Den Beruf als Journalist aufzugeben, ist auch ein ökonomisches Problem. Wie haben Sie das für sich gelöst?

Zunächst einmal als Hörspieler und Schausprecher meiner Partituren, aber auch derer von Kollegen. Hin und wieder halfen mir Werbespots aus dem DeZaster, desgleichen private Sprechschulstunden. Heute bin ich Satz- und Gartenbauer; nachgeordnet: Bringt die Sprachkunst nicht Geld genug, gilt es Vitalien zu erarbeiten. Im Zusammenwirken mit meiner Frau. Auch Brennholz sammeln wir und Pilze.

(7) Wie sind Sie denn zur Sprache, zur Literatur gekommen? Gab es so etwas wie ein erstes Leseerlebnis?

Im Anfang steht Karl May. Und dann, aber wesentlich heftiger, Heinz Erhardt. – Ich hatte mir damals, 1952 bis 1955, eine Fluchtkatakombe im Keller eines zerbombten Hauses in Karlsruhe eingerichtet. Dort konnte ich ungestört Erhardts Nonsenseverse lesen. Die haben meine Wortlust geweckt. Bis heute gestalte ich Sprache zu meiner Unterhaltung – auch, um mein Denken, dem ich stets mißtraue, zu kontrollieren – und im Nebeneffekt zu meinem Unterhalt.

(8) Parallel zu Heinz Erhardt entdeckten Sie Jean Paul?

Nein. In Jean Pauls abgrundtiefen Wortmeeren verlor und fand ich mich erst Mitte der 70er Jahre. Zuvor hatte ich aufgrund meiner kriegsbeschädigten Kindheit – siehe Pochwasser – weder Geld noch Zeit für solch umfassende Texte. Erst als Redakteur erhielt ich das eine … und nahm mir das andere.

(9) In den 60ern also?

Ja. Nach sporadischem Schulbesuch. Ohne Mittlere Reife mußte ich froh sein, irgendwo unterzukommen. – Schon als Bub fand ich meine Reime veröffentlicht, sogar honoriert; meine Großmutter hatte sie an Zeitungen geschickt. Das mochte mich verleitet haben, bei der nächstbesten Redaktion anzuklopfen, beim OVB (= Oberbayerisches Volksblatt) in Rosenheim. – Die Gedichtchen seien ja ganz nett, befand der Chefredakteur, aber Journalismus sei doch gaaanz was anderes … Dennoch entschied man sich für mich, und bald erwirkte ich – quer durch die Resorts – unangefochtene Narrenfreiheit. Sogar eine Gerichtskolumne wurde mir eingeräumt. Nebenher bediente ich die Redaktion des Münchner Merkur, Agenturen und Blätter hinterm Weißwurstäquator.

(10) Und da schrieben Sie dann über Literatur?

Zuletzt. Doch zuerst einmal über Mikroporenzement, über Katastrophen des Bürgerkriegs auf unseren Straßen, über deutsche Präzisionsarbeit, etwa nach dem Neubau eines Zentralpostamtes ohne Toiletten, über die Probleme, am Simsee ein Freilandpuff zu betreiben, über Maikäfer im Oktober, über prämierte Rammler, die sich tags drauf als Häsinnen erwiesen, über pinselbayerische Festivitätärätitäten, Trickdiebe, Mariannenerscheinungen … Auch für Theaterberichte aus München oder Fußnoten zu Salzburger Konzerten war ich brauchbar; vermutlich, weil ich kein Honorar für diese gern geleisteten Überstunden verlangte. Hie und da rezensierte ich ein Buch; Verrisse schrieb ich ungern, selten: Denn was schon stürzt, das brauch ich nicht zu stoßen. Etwas zu suchen und begründet zu loben entspricht meinem Naturell schon eher, auch, weil es schwieriger zu formulieren ist.

(11) Es gab Begegnungen, die für Ihr Leben entscheidend wurden; Sie haben noch Ezra Pound kennen gelernt?

Ja. 1971 – während der Beerdigung Strawinskijs in Venedig sah ich ihn. Im Oktober 1972, kurz vor seinem Tod, besuchte ich Pound in der Calle Querina. Im Canto für E.P., 1985 auf der Terrasse des Palazzo Barbarigo am Canal Grande verfaßt, ist diese Station meiner Seh-Fahrten gestaltet; nebst einigem von all dem Vielen, das mich seine Wortkunst lehrte. Richtungsweisend für die Lebenskunst indes wurde für mich mancher Satz von Ludwig Marcuse, wie die Sauwaldprosa zeigt. Auch das Recht und die Freiheit, philosophische Texte jederzeit ins Persönliche zu übersetzen, verdanke ich ihm. Kurz: Nichts wäre ich ohne »die Anderen«. Über die Verstreppen von Majakowskij entkam ich der dasigen Jambenleier, andere, eigene Rhythmen zu schaffen. Velemir Chlebnikow munterte mich an, das unmögliche Wort zu fordern, Klang- und Bildwechsel polyrhythmisch zu dynamisieren. Und so von Dank zu Dank dahin durch zwanzig, dreißig Namen und Werke. – Vielleicht noch wichtiger für mich: Ohne das Beispiel des Malers Leo von Welden hätte ich wohl nicht den Mut zur totalen Künstlerschaft gefunden, die eine unverwechselbare Art zu leben ist, eine Haltung, die eher auf Beobachtung dringt als auf Nutzdenken, eher auf die Frage als auf die Antwort »ohne Alternative«.

[(12) Möchten Sie noch etwas zu der Essayistin Eva Hesse sagen, die ja nicht nur Ezra Pounds Werke ins Deutsche übertrug, sondern auch viele Größen der amerikanischen Moderne, Marianne Moore etwa, Robinson Jeffers, E.E. Cummings, T.S. Eliot …

Nachdichtete! Ihre Sprachkunst beeindruckt mich bis heute, seit 1969, als ich einen Ullstein-Band – Ezra Pound, Dichtung und Prosa – entdeckte. Für mich kann natürlich auch Prosa »Dichtung« sein, logo, aber egal. Das Taschenbuch enthält auch die Nachdichtung einer Nachdichtung: Eine Beowulf-Passage aus dem alten Englisch ins neue; Stabreimenergie, die ich nun in Eva Hesses Umformung erlebte. Ein seltenes Abenteuer von Klang und Sinn. Umwerfend. Und ein paar Seiten weiter höchst moderne und zugleich zeitresistente Verse wie L’Art 1910, In einer Station der Metro, Meditatio oder Portrait d’une femme. Pound hat ja schon als Junger Meisterwerke hinterlassen, wie sie berühmte Kollegen bis ins hohe Alter hinein nicht erreichten; qualitativ und quantitativ. Kurz: Eva Hesses Nachschöpfungen sind Ereignisse der deutschen Sprache, ihre intellektuelle Wachheit und wissenschaftliche Kompetenz auf vielen Gebieten, auch im Sozialen, auch im Politischen, ist staunenswert. Daß der Wahlmünchnerin bis heute keiner der großen Literaturpreise zugesprochen wurde, ist eine Schande und belegt die Geistferne und Muffigkeit des zwergdeutschen Kulturbetriebs, in der Pupillenkollegien von Altherrenriegen residieren, Akadämlichkeit, Atemfäule und Erbgrind. Die prämieren lieber Flattersatzlyrik, prosaische Trockenmilch, »war, war – hatte, hatte – sagte – entgegnete sie …« und zu Zöpfchen geflochtene Hirngichtknoten, bahx!]

(13) Was reizt Sie an den Pound’schen Cantos?

Ihr Potenzial an Möglichkeiten. Ihr Hallraum für die Stimmen Toter und Lebender. Ihr – nicht immer gelungenes – Zusammenspiel der Formen in der Form. Wo aber diese Großgedichte nicht nur Namen und Historien aufreihen, sondern die Chancen einer Lyrik auf epischen Bahnen und die Dramaturgie komprimierter Dialoge nutzen, wie in den Pisaner Cantos, ist Staunen und Überraschung eins. Auch im Seit-wann und Woher von Erkenntnissen und Utopien, deren Produktivität eine Gesellschaft kapitaler Ignoranz zu verhindern weiß. – Der Canto für Ezra Pound ist mein poetisches Echo, das Einst im Hier und Jetzt, auch seins. Und eine Abweisung derer, die das von jeher Bedarfte gerade mal wieder als »neue Einfachheit« hochjubeln.

(14) Die formale Vielgestaltigkeit ist charakteristisch für die Sauwaldprosa. Trotzdem ettikettierte sie 1987 ein Verlag als »Roman« …

Irreführend, ja. Der kategorische Stümperativ »Entwicklungsroman« bringt auch nicht mehr Wirklichkeit ins Verständnis. Drum bleibts doch wohl besser bei Prosa, … vom lateinischen pro vorsa (= geradeaus gerichtet). Trotz taktischer Schleifen, rhetorischer Wirbel, mäandernder Interludien, aggressiver Katarakte …

(15) Doch man stößt da auch auf Gedichte!

Riffe für Paddler im Redewasser, Strudel für kurzatmige Legasthenokraten, jawohl. Denn der Bewußtseinsstrom entspringt ja nicht dem Bewußtsein, wie Mauthner darlegt und Brodskij demonstriert, sondern einem Wort, das unser Bewußtsein ändert oder umlenkt. Und da es die Sprache selbst ist, die singt und sagt (aber auch schweigend oder mehrdeutig operiert), bringt diese Affektsymphonie, die Sauwaldprosa, jähe Wechsel, vergrübelte Läufe, Bizzarien, Innversionen, Motivumkehrungen, Gedankensprünge, … auch manche unliebsame Überraschung, die Schlange unter den Blumen. Und in der Tiefendimension? … erweist sich der Sauwaldgranit reich an Konklaverzählungen, Gedichtkristallen, Phonolithen, mannigfaltig durchzogen von Bändern aus Flüsterquarz, nachtblauen Biotiten und Klüftungsgeheul, dem Chorus der Windwölfe.

(16) Und das Szenische hat eine ähnliche Funtkion?

Eine andere. Denn der geographische Sauwald ist bewohnt, wie das Innviertel, das sich seit 30 Jahren – »Inn Anfang ist das Wort« – zum Inniversum weitet. Der Reisende, der Sprache nah, den Menschen nah, gibt ihnen Stimme; bevorzugt jenen, die von den vermeintlich Normalen als Verrückte, Spinner, Sonderlinge … gemieden oder geächtet werden. Heimatglocken? Harmo- … niiiiie!

(17) Den geographischen Sauwald gibt es also wirklich?

Ja. Überprüfbar bis in die Ortsnamen und Gesteinsmorphologie. Aber, man beobachte: Der Inn nimmt bei Passau die Donau auf, umfängt das oberösterreichische Innviertel im Westen und im Norden, fließt 25 Kilometer unterhalb von Passau durch »Innzell« und zuletzt inns Schwarze Meer, also bis zum Kaukasus. Was Wunder, wenn ich seit 25 Jahren an der Save und an der Morava zu Hause bin?! Selbst Kakanien war und ist eine Innmonarchie. Und Elias Canetti, aus Rustschuk gebürtig, ein Innviertler. Er lachte herzlich und stimmte zu … während eines Besuchs bei ihm in Zürich.

(18) 1992 erschien Pochwasser. Eine Biographie ohne Ich. Ein Geschenk an die Theorie des Poststrukturalismus der 1980er Jahre, die mit Leidenschaft den Tod des Autors verkündete? Wohl kaum. Denn gerade hier ist viel über Ihren Weg ins Universum der Worte zu erfahren.

Ja. Das Dichten und Trachten der Sprache von Jugend auf. Dramen und Komödien des kreisenden Blutes im Pochgerinne. Die Mühle im Kopf, das Schädeltheater. Paranoische Ekstasen. Assoziationsjagden bis zum Kollaps. Pathologos? Aber auch: Menschenbilder statt Leutseligkeiten. Allusionen statt Illusionen. Widerständisches Leben, situativ gerafft. Epigrammatische cluster. Spiel und Verwandlung. Sprache statt Schreibe.

(19) Später haben Sie Pochwasser in die Sauwaldprosa integriert. Welche Funktion hat Pochwasser in der Gesamtkomposition?

Viele; vergleichbar den kompositorischen Problemen eines symphonischen Finalsatzes. Die (1991/92 vorweggenommene) Konklusion und Verdichtung aller klanglichen, visuellen und thematischen Leitmotive von SAU, WALD und PROSA. Ein multiformes Dokument. Bis das Ich, erstarkt in der Selbstbehauptung gegen die oft absurden und gewalttätigen Diktate der Gesellschaft, sich als ES erlebt, und, ein multiples Ego, hinüberbildert ins Andere (Stein, Pflanze, Tier und Mensch …); analog zu Jurij Oleschas Ruf: Es lebe die Welt ohne mich!

(20) Und die Verlage – Sie mußten ja etliche Male wechseln – tragen das kompositorische Konzept der Sauwaldprosa mit?

Nur ein Verleger, der geldigste und bornierteste, mit dem ich je zu tun hatte, verteidigte sein Was-ihr-wollt für die Buchhändler mit kunstfremden Argumenten und miesen Manieren. Seine Sprache physiognomiert ihn. Siehe: Sauwaldprosa, S. 450–474, »Schwamm oder Rüssel« – Portrait eines deutschen Übernehmers – Die Realsautire in Briefen. Diesem Kapitalen schickte ich nämlich bereits einen Drudenfuß, nachdem mir bekannt geworden war, wie schnöde sein Vorgänger, mein Editor und aufmerksamer Leser, aus dem Verlag hinausmerkantilisiert worden ist.

Die meisten Verleger – Arno Schmidt läßt grüßen! – verstehen nichts von Literatur. Und sie gleichen dieses Manko aus, indem sie auch nichts von Werbung, effektiveren Strategien des Vertriebs und des Buchverkaufs verstehen. So viel interdisziplinäre Unkenntnis ist phänomenal. Zwei, drei dieser Kulturkoofmichl – sprich: erfolgreiche Verleger – müßten es dem neuen Liberalismus schon wert sein, post mortem präpariert und im naturhistorischen Museum aufgestellt zu werden.

(21) Ihre letzten Bücher sind bei Residenz erschienen: 2001 die fünfte und bisher letzte Fortschrift der Sauwaldprosa. Im nächsten Jahr dann, anläßlich Ihres 60. Geburtstags, des blickes tagnacht, die gesammelten Gedichte aus den Jahren 1969 bis 2001 nebst CD. Vor wenigen Monaten wurde der Residenz Verlag ans Niederösterreichische Pressehaus St. Pölten verkauft. Ein Haus mit erzkatholischem Hintergrund. Wie wird es verlegerisch für Sie weitergehen?

Was weiß ich?! Vielleicht hat, während wir hier mutmaßen, der Präsident von Tonga einen kulturellen Anfall und verhandelt gerade mit dem Verlagseigner wegen einer heißen Übernahme? Im Absurden zuhause, schreckt mich kein Absurditäter. – Zur Zeit entsteht die sechste Fortschrift der Sauwaldprosa. Möglich, daß sie – wie Pochwasser, wie Der Jäger vom Knall oder wie der Monolog eines Radfahrers – zuerst als Einzelausgabe erscheint. Höchst wahrscheinlich in der ASKU-PRESSE, Bad Nauheim. Dort liegen mehrere meiner Atemwerke vor (inklusive CD, Hörbücher also). Neuauflagen, eine mit Bildern von Anton Christian, sind in Vorbereitung. Eine Probierauflage von Hinterdrux gab es 2003. Das ist Eine Agrar-Oper unter persönlicher Mitwirkung Gottes. – Das Saisongequakel der Wortgewerbetreibenden berührt Sven Uftring, den Chef der ASKU-PRESSE, so wenig, wie mich. Nicht nur typographisch hat er einiges im Kasten, wie seine Buchgestaltung zeigt. Und er weiß: Konzentrierte Sprache wünscht konzentrierte Leser. Auch unter meiner Maxime: Dichter schreiben denn je; auf daß er sich verdünnisiere, der Lesepöbel!

(22) In der Rezeption des Uwe Dick gibt es einen merkwürdigen Befund, der seit Jahren stabil zu sein scheint: Wo immer Sie auftreten und lesen, sind die Säle voll, oft überfüllt. Der Rundfunk hat diverse Sendungen mit Ihnen gemacht, zur Zeit entsteht eine Fernsehdokumentation über Sie. Aber das Feuilleton tut sich seit jeher schwer, Sie überhaupt zur Kenntnis zu nehmen – und auch die Buchhändler scheinen etwas ratlos.

Beliebt sind bei den vielen minderen Lesern (auch im Feuilleton) selbstverständlich Autoren minderen Rangs, Leute, die zuverlässig der Macht, Satz für Satz der Konvention erliegen. Da ich weder Billigtristik, noch Weltbewältigungslyrik à la »Fröstelnd unter den Masken des Wissens / Von Unerhörtem verstört / Traumlos am Tag unter zynischen Uhren …« liefere, läßt mich das Rezensier- und Feimerwesen unbehelligt. Ferner: Dem Börsenverein ist regal, was in einem Buch steht. Zumal die meisten Buchhändler sich in diesem Gewerbe nur betätigen, weil sie für den Gemüsehandel zu langsam, für den Wortschatz eines Jürgen von der Wense oder Melvin B. Tolson jedoch … zu schnell sind. Meine Sätzgen – egal ob der Prosa, dem Gedicht oder dem Theater zugeordnet – dringen auf die Radikalisierung des Augenblicks, auf zivilen Ungehorsam, auf die Optimierung des Denkens durch Witz. Der lacht: Die wenigsten kommen blöde zur Welt. Sie werdens dann nur. Aus Bequemlichkeit. Und a Quintessenz is a Essenz, de ma quint, wemma lang gnua nochdenggd.

Erschienen in VOLLTEXT – Zeitung für Literatur Nr. 5/2004.
Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von VOLLTEXT.

* Hanne Knickmann, geboren 1966, ist freie Literaturwissenschaftlerin und Inhaberin des »Büros für Branchenkommunikation. Buch | Literatur | Wissenschaft« in Darmstadt. Das ungewöhnliche Engagement einer Schule, die Autoren einlud, noch bevor Lesungen in Mode kamen, führte vor über 20 Jahren zu der ersten Begegnung mit Uwe Dick.

** Gunther Nickel, geboren 1961, arbeitet als Lektor beim Deutschen Literaturfonds e.V. und lehrt als Privatdozent Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Er ist Mitherausgeber des Zuckmayer-Jahrbuchs und hat unter anderem Zuckmayers kürzlich bei dtv erschienenen Geheimreport ediert.

Biographie statt Karriere

Ein Interview mit Uwe Dick

von Matthias Part

Die Einheit von Leben und Werk wird viel beschworen, aber selten praktiziert. Uwe Dick ist diesbezüglich eine Ausnahme. Er lebt, was er schreibt. Mit dem 60-jährigen Dichter sprach Matthias Part bei den Rauriser Literaturtagen 2003.

Ob in Wasserburg oder Brannenburg am Inn oder derzeit zu Perlesreuth an der Ilz im Bayerischen Wald: du lebst abseits der – wie du sie nennst – »Zuvielisation«. Wäre es dir in Industriegebieten oder Millionenstädten möglich, Gedichte zu schreiben?

UWE DICK: Im Walzwerk oder an einer Hydraulikpresse? – Eine unsinnige Konzentrationsübung! In London oder in Paris hingegen könnte ich jederzeit arbeiten; dort gibt es ja auch ruhige Viertel, Bäume, Gärten, Wasserwelt. Im Übrigen komponierte ich mancherlei auf den Hebriden, in Wales, Venedig, Istrien, Serbien … oder zu den vieltausend singenden Meilen während meiner Radfahrten.

Seit nun schon 20 Jahren erlebe ich dich als Revolutionär der besonderen Art. Und du hast ja auch schon mal den Bau einer Schnellstraße verhindert, hast mitgeholfen, die »Erste Kindersprechschule Deutschlands« aufzubauen usw. Aber weicht deine Revolution – angesichts von fortschreitender Naturzerstörung oder Irak-Krieg – notgedrungen der Resignation? Wobei die Resignation – frei nach dem von dir hoch geschätzten Johann Nepomuk Nestroy – ja die sympathischste aller Nationen ist.

UWE DICK: »Daß ich verzweifelt bin, was geht’s mich an?« (Günther Anders) Seit 1969 lebe ich ungebrochen lustvoll meine Maxime: »Wenig verbrauchen, um wenig verdienen zu müssen« (Ludwig Marcuse) »Unmööög-lich! Tönt der duckdeutsche Chorus. – Meine Antwort?: »Glatt widerlebt! … 33 Jahre schon.«

Warum nur leben so verdammt viele Menschen – um ein Zitat deines »Öd« zu gebrauchen – »ausm Kaufhaus« und nicht »ausm Hirn«? Ist das die pure Bequemlichkeit? Und wenn ja: Ist die Poesie ein Mittel, um dagegen anzugehen oder wenigstens anzuschreiben?

UWE DICK: Kein Mittelchen, kein Pülverchen! Sondern Selbstentwurf und -gestaltung, ständige Lern- und Korrekturbereitschaft, die Kunst, mich und andre zu überraschen, Verweigerung angesichts des Absurden (etwa der Ungerechtigkeit), doch Zustimmung zur menschlichen Natur, um zu schaffen, was wir sind. Kurz: Biographie statt Karriere!

Du hast eine »Biographie ohne Ich« geschrieben und betonst immer wieder, dass es das Schönste für dich ist, wenn dein Ich verlöscht und du in den Bäumen oder Wolken verschwindest. Und doch werfen dir vor allem Journalisten bzw. Literaturkritiker vor, du würdest dich zu sehr in den Mittelpunkt stellen. Wie erklärst du dir diese Kritik der Journalisten, zu deren Zunft du vor etwa vier Jahrzehnten ja selbst mal gezählt hast?

UWE DICK: JourNullisten lesen meine Bücher nicht, ebensowenig die Stiefgesichter des Rezensier- und Feimerwesens. Möglich, dass den Medienlakaien meine »Politik in der ersten Person (Einzahl)« – wie Eva Hesse sie beschrieb, und Pierre Bourdieu kommentierte – missfällt; genealogisch: A Nulla hot oiwei Angst, dass‘ bei eam duachziagt! Aber ein Millionen-Kollektiv von Nullen … gibt Null – und deren Nullbock kann mich nicht hindern, »… die Summe der Freiheit und Verantwortung, die in jedem Menschen und in der Welt verborgen liegt, zu vergrößern.« (Albert Camus)

Du hast Freunde in Serbien, Ungarn, Österreich, in den USA und sogar in Deutschland. Aber dein Leben und Werk lässt keinen Zweifel daran, dass dir Tiere und Pflanzen allemal lieber sind als Menschen. Warum bist du – wie du in deiner Odyssee für Cello und Trompete sagst – einer, »der schon als Bub zu Frosch und Igel überlief«?

UWE DICK: Den religiösen, intellektuellen, saturierten, parteienverblödeten, blutrünstigen, phantomfickrigen, geldgeilen, familienegoistischen Mob verabscheue ich. Um so freier bin ich für Freundschaften mit Pflanze, Tier und Mensch.

Ich kenne nur wenige Dichter, die für ihre schreibenden Kolleginnen und Kollegen so viel Werbung machen wie du. Deine Empfehlungsliste reicht von Achmatowa, Beer und Canetti bis zu Wollschläger und Zwetajewa. Zugleich weiß ich kaum jemanden, der so konsequent bis ins sprachliche Detail nachweist, wie viel Unsinn in miserablem Deutsch geschrieben und auch verlegt wird.

UWE DICK: Tja, die Verblödungsindustrie liefert geistige Hamburgers, Feuilletonicwater, AntiRheumalyrik, Politbräu, philosophisches Doublebubble … Das alles verdient nur ein »Spottbewahre!«, keine Jeremiade! – Dennoch gilt: »Da wir uns allein durch das Wort verständigen können, verrät, wer es fälscht, die Gesellschaft« (Montaigne). Und kein Psychodesigner kanns wegtherapieren: Ein Mensch verkommt zuerst in der Sprache, dann in der Lebensweise. – Meine Devise ist die Radikalisierung des Augenblicks, Revolte, die Autonomie der Wörter, logos statt legos, … die Weigerung, Ideen und Utopien zu predigen, die keiner je am Leben geprüft hat. Solche Sprachkritik ist Sozialarbeit, – unter Spiel und Verwandlung sogar lustvolle Sterbehilfe.

Dein »Öd« ist längst ein – im doppelten Wortsinn – dramatischer Klassiker der bayerischen Moderne. Deine »Sauwaldprosa« ist dein »Ulysses«. Und dein Hörbuch, das anlässlich deines Sechzigers vor kurzem bei Residenz erschienen ist, versammelt Gedichte aus 33 Jahren. Aber du führst mit deinem Werk germanistische Gattungsbezeichnungen wie »Lyrik«, »Epik« und »Dramatik« ad absurdum. Ist diese Aufhebung der literarischen Gattungen ein gewolltes oder ein zufälliges Ergebnis deiner Poesie?

UWE DICK: Wie für Pablo Neruda gilt mir der Satz: »Ich weigere mich, Theorien zu kauen!« Lieber gestalte ich Lyrik auf epischen Bahnen, diabolische Logorhythmen, Assoziationsjagden, Prosagewitter, epigrammatische Cluster; Echophantasien, Kontertänze, hier eine Trauerspielkomödie, dort ein Zyklon magischer Verwünschung, dessen Wirkmächtigkeit schon mancher unterschätzt hat. Ergo: Dort kreischt die Elster der Geschichte, anderswo legt sie ihre Eier. Wer das weiß, den bekümmern weder Schnackenlob noch Muckentadel und schon gar nicht die kategorischen Stümperative etwelcher Fachköpfe, Schubladenhüter und Nettikettenschlecker.

Pariser Schulkinder haben dir in einem Brief Fragen gestellt wie »Was siehst Du in den Sternen?« oder »Was ist Schönheit in Deinem Leben«? Und du hast daraus eine Poetologie gestaltet! Daher erlaube ich mir diese letzte Frage: Hast du schon den Rauriser Sonnblick entdeckt?

UWE DICK: – So’n(n) Blick in die (geo-Iogische) Zeit vor und nach uns mag Bescheidenheit lehren: Du im Heute / ach wie alt / gestern schon!

Erschienen in SALZ – Zeitschrift für Literatur, Heft 111, 28.03.2003
Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von SALZ.

Eine WALDKABBALA wider das Finito

Sven Uftring, Verleger der ASKU-PRESSE, im Gespräch mit Uwe Dick

»Alle großen Werke der Literatur – so das Diktum Walter Benjamins – begründen eine Gattung oder heben sie auf. Die SAUWALDPROSA bestätigt diesen Satz – und führt ihn ad absurdum, indem sie nämlich eine Gattung begründet und aufhebt: work in progress; nun schon in der vierten, nimmt man POCHWASSER hinzu, in der fünften Fortschrift. Die wünscht keine Gebrauchsmuster, sondern ebenbürtige Leser. Ihre einzige Heldin ist die Sprache.«

SU: Gut beobachtet; sollte hier mal jemand vor dem Schreiben gedacht haben? Oder sind Ihnen auch diese Sätze zu eng für das in Jahrzehnten gewachsene »Wortwurzelwerk«, Herr Dick?

UD: Nein. Denn das germanistische Schub-, Bauch- oder Hosenladenkriterium – »Gattung«! – sehe ich ja bereits abgefertigt. Die Vögel des Sauwalds pfeifen überdies auf sekundärliterarische Jogger nicht weniger als auf Oasenverkünder, Lakaien der Langeweile, mumifizierte Familien und ihre weltanschauliche Diskriminalpolizei: das Spielen der Kinder ist streng untersagt! – mit vollem Munde kaut man nicht! – beim Ausatmen tief einatmen! pp.

SU: In den wenigen Zeitungsartikeln, deren Verfasser nicht nur die Plapperschlange fütterten, stockdumm oder fahrlässig uninformiert, halten sich die Rezensenten – bei Ihrer Person auf …

UD: … die sie nicht kennen. »Menschenfeind«, »Wahnsinniger«, »militanter Außenseiter« … steht dann zu lesen. Nur weil sich herumgesprochen hat, daß ich nicht das »Lob der Herrenrasse« singe.

SU: Siehe »Na bitte!, Sonderausgabe Uwe Dick«. Der Mühe, wenigstens ein paar Eigenschaften Ihrer sprachkünstlerischen Arbeit zu schildern, unterzog sich – in 35 Jahren – kaum einer der ungezählten »Informanten«.

UD: Tja, die meisten von ihnen sind objektiv faul.

SU: Doch auch ich gerate in Formulierungsnot vor der Frage: »Was schreibt der denn so?«

UD: WIE?, dürften Sie zurückfragen, um Zeit zu gewinnen für die Antwort.

SU: Etwa …

UD: Uwe Dick, den »Duckdeutschen poeta non grata« aus Passion (sie verstehen ihn gut, aber nicht gern), glaubt an die Optimierung des Denkens durch Witz.

SU: Stets auf der Lauer nach dem Unvorhersehbaren, vernetzt er Quintessenzen …

UD: – Ja, »A Quintessenz is a Essenz, de ma quint, wemma lang gnua nochdenggt.« – … und versteckt Epigramme en masse in den Partituren seiner Klangwerke.

SU: Was nun die SAUWALDPROSA betrifft, … so ist sie jetzt ein kristallines Tag- und Nachtbuch, …

UD: … reich an Fenstern voller Spiegelungen und scharfer Splitter, Gegenweltentwurf, Zitatenpantheon, Totenführer, autobiographisches Szenarium, Grobiansidiotikon, … aber auch Katastrophenschrift, Dichtung des Zorns und Poetik …

SU: … als ob die Sprache sich befreie zu ihrer eigenen Triebgeschichte? Sogar einen Roman birgt das Erlebensbuch, diese Wanderersonate immer neuer Abzweigungen, komponiert aus dem Motiv-Dreiklang SAUWALD und PROSA. – Gewiß nicht für jene, denen Sie das Bonmot widmeten: »Schon vielen ist die Fähigkeit zu besonnenem Denken abhandy gekommen.« Dennoch höre ich weiterfragen: WAS aber ist die S…………?

UD: Ein Polylog mit Göttern, Propheten, Leitfiguren, Grüblern, Einfältigen. Eine creatio continua, reich an Stachelreden, Briefen sine nomina, Phonographien, Assoziationsjagden, Metaphernkollisionen, philosophischen Diaboliaden, narrativen Aphorismusketten. Der Spaß lurt im Schrecken. Die Radikalisierung des Augenblicks ignoriert jedes »Wir-hier-meinen« (Stalins und seines Nachtrabs heute), scheut auch nicht das Stigma einer »Irrealität«: Selbstzurücknahme statt Selbstüberhebung.

SU: Zeilenkilometerfresser mögen stöhnen: Uuuhweh, was für’n Dickicht! Leser jedoch, die zumindest ahnen, daß auch Wörter ihre Biographien haben, dürften eine Waldkabbala ohnegleichen entdekken. Im rhythmischen Einklang von Handlung und Sprache. Begünstigt von einem widerständischen Leben, von seinen zartesten und stärksten Energien.

UD: Aber ohne die Ablaufmechanik linearen Erzählens. Jeder kann beliebig kreuz- und querlesen, seinen Sauwald erkunden, in jener völligen Freiheit des Abirrens, die selbst ein Rendezvous der Ungehörigkeit nicht scheut, in diesem Bannwald gegen die Schlawinen und Müllmuren des Zeitgeists, gegen den Unterhaltungsfaschismus einer zynischen Medienstrategie, die darauf aus ist, den radikalen Egoismus mithilfe niedriger Instinkte zu potenzieren: Spaßkultur für den Mob von Asphaltgehirnen, Ehrennasen, Windschnittschnuten. Bier- und Blutlache. Auf daß Idiopas Amokwirtschaft obsiege, diese internationale bomb-dancing-cooperation, deren Gefolgschaft ihr verwürgtes Recht – »Unser-täglich-Blut-gib-uns-Meute!« – beansprucht. Bis hinein ins gmiatliche »Hoamatl«, unter einem weiß-blauen Himmel, aus dem es nicht nur sonntags verfaulte Zähne regnet. Und zum übergeschnappten Hysterisch eines Ministerpräsidenten, den der Filz behütet und eine kreuzbrave Heimwehr: De meistn vo’ uns, dees woaß ma doch, hom nix gegn Rauslända!«

SU: Nachdem man Sie – in den 60er- und 70er-Jahren – nicht totschweigen konnte, gehören sie heute zu den bestgehaßten Bürgerrechtlern in Bayern. Auch die meisten Rezensionsbeamten …

UD: … begrüßen den Sonnenschein, wo er jäh auf ihre Selenzellen trifft, mit vehementem Niesen. Desgleichen umfliegt Rotz den Autor einer unerwartet lichtvollen Darlegung.

SU: Sie »liefern« weder staatserhaltende Romane, noch Kuschellyrik, sondern schreiben (= bleiben) ein »Partisan des Poetischen«, unberechenbar. Auch die Publikation der SAUWALDPROSA zeigt keine lineare Entwicklung.

UD: Ja, schon ob der krummen Wege, auf denen mir zwei »renommierte Verleger« kamen.

SU: Einschließlich der ersten Ausgabe (1976) und einer Fortschrift bei Ehrenwirth (1978), hielt keiner der vier Herausgeber die unverwüstliche Erfolgsgeschichte der SAUWALDPROSA durch, …

UD: … deren Potential und Eigendynamik sich bereits im Nachstell-Vorwort ankündigten, dieser Postludiumsfuge über einem Fußnotenmurki zu Ehren Jean Pauls. Gut genug für sieben oder dreizehn Wachstumsschübe.

SU: Das erwies sich …

UD: … als Manfred Kluge – »Namen saan Schicksal« – mich fragte, ob er die SAUWALDPROSA zum Start der Taschenbuchreihe Neue Literatur (1981), dem Pendant zur Heyne Lyrik, in der mein Gedichtband DAS ECHO DES FUNDAMENTSCHRITTS herauskam, bringen könne. Die Vorauszahlung stimmte, und pünktlich erhielt er 2 x 13 Taschenbuchstaben zur Weltformel. Im Kopfe fertig, wie so vieles, für das noch keine Bestellung vorliegt, hatte ich das Erwünschte »nur« gestaltend zu veräußern. Unaufgefordert schreib ich seit einem Vierteljahrhundert allenfalls Gedichte.

SU: Ein Gastspiel bei Piper (1987) …

UD: … war dem weiteren Vorrücken des Sauwalds dienlich. Die üblichen Buhrufe aus dem Blätterwald, das Johlen der Treiber und Spießer, die den Jagdherren zuarbeiten, schreckten den Sauwaldeber nicht, wohl aber den Jungverleger, der ihm prompt eine Trittfalle legte. Das war sogleich mein »Aus!« (ich zog ihm ein Buch aus der Produktion) – mit einem Drudenfuß, dessen Macht sich nach genau so vielen Jahren zeigte, als er Zacken hat.

SU: Und im Falle des Ranft-Verlags kam es nicht einmal zum Druck (s. Briefwechsel S. 450–474, SAUWALDPROSA 2001).

UD: To je normalno – in einer verrückten Welt. Zumal in dieser pseudonymen Kultur der Schieber und Schleicher. Die meisten Verleger, die unangepaßte Literatur, wenn überhaupt, dann so verlegen, daß sie niemand findet, wagen fast immer nur »Probierauflagen« (Jean Paul).

SU: Die erreichten aber – nicht ohne Ihr Zutun als Rezitator – einige Zehntausend.

UD: Ja. Unter ihnen bewundernswerte Leser. Mit einem Resonanzgedächtnis wider das finito. Nicht virtuelle Menschen, sondern radikale Konservative, angeödet vom Gedrucks der medial organisierten »Gesellschaft kleiner Geister in Deutschland«, lies: Lehrlügen, Hofkommunikäs, Kopienkackerei …

SU: Abgesehen von den verschiedenen Ausgaben, die der MONOLOG EINES RADFAHRERS zeitigte, und die »Sexualpathologie zwergdeutscher Flintenmänner«: DER JÄGER VOM KNALL – autonome Satzwerke gleich dem mehrmals nachgedruckten »Maskentreiben« IHRER HOHLHEIT VERLÄSSLICHER STIRNSTOESSEL oder Ihrer Arno-Schmidt-Kolumne: VOLXSCHRIFTSTELLER – schufen Sie auch in den 90ern überraschende Teilkompositionen für Das eine Buch, die SAUWALDPROSA!

UD: Vielfalt statt Einfalt, und manches auf Bestellung; das darf mich freuen. Das Leben ist zu schade für bezahlte Mechanei. Einem Literaturbetrieb für kulturell getarnte Raubaffen, Bratenjungfern, Sozialbanditen, Grindsalber, Buckelmennel, Soldatenmütter … hab ich mich nicht anzudienern – mit Wortbrei, mundfertig, maulgerecht für die zahnlose Mehrheit. Auch den ondolierten Mundgeruch bauchansetzender Schmähzensenten und den Dünkeldunst von Akademien, deren Bildungsschicht »vornehmlich« Kalk ist, meide ich.

SU: Arbeiten die Verleger zu stereotyp für (oder gegen?) einen Autor, der – mindestens – sieben Autoren ist? Paßt »so einer«, der den »indoeurobairischen« ÖD schreibt und JANUSAUGEN, den CANTUS FIRMUS FÜR SOLISTEN MIT PFERDEFUSS und einen CANTO FÜR EZRA POUND ins Sortiment, ist er der »Lesefutter«-Industrie zumutbar? Oder sollte das Prädik(t)at »Ein schwieriger Zeitgenosse« – gegen all meine Erfahrungen mit Ihnen – auch der Nachruf bleiben?

UD: Die Welt zu kontern bin ich da. Jene zu stören, die sich’s mit allem und jedem kriminell »einfach« machen. »Satzmann« bin ich, Zeuge. Einspruchskünstler. Gegen die beutige Mehrheit, die bei gewissen Schwierigkeiten »ums Verrecken gern« einfach draufhaut, sozialisiere ich meine – und andrer Bürger Neinsagekraft. Unangepaßter Überlebenstrotz gehört zu meinem professionellen Selbstverständnis, egal, ob gedingte Intellektuelle das begeifern oder moralische Drückeberger, die sich in der Religion, gern auch noch hinter ästhetischen Bedenken verstecken. Nur der Freie liebt Freie! Folgsamer Feigheit ist bereits ein Humor, der mit den Zähnen knirscht, »zu viel«, ein Stilblüten und Redeblumen fressender Sauwald-Basilisk aber »ungeheuer«.

SU: Die deutsch-österreichische oder die bayerisch-sächsische Zukunftskommission plant gewiß keine Volkswandertage durch den Sauwald. Doch nicht, weil das Gelände »zu schwierig« ist, sondern weils keine Trampelpfade gibt.

UD: Und weil er – geo-logisch! – der Vorstellung, es gäbe eine absolute Zeit, den Garaus macht. »Schwierig« für Leute, denen Zeit nur noch Schnelligkeit ist. »Schwierig« für die galoppierende Hilflosigkeit, deren Sinne, fastfood-geschädigt, fast foodsch sind. Reicht man ihr einen gut durchgebackenen, knusprig-krustigen Sprachlaib, tut ihnen nach dem ersten Bißchen ’s Zahnili wackeln und ’s Gaumili bluten. Welche Zumutung!

SU: Wie alle Perspektivwechsel, Brüche, Sperrriegel, unheimlichen Bereiche des Sauwalds, seine Plötzlichkeiten (»Plötz« = der Hauer des Ebers, las ich), wie das lungenpfeiferische Auf und Ab, das viele Unbekannte, oft (und gern) Verdrängte, bis in die kristallinen Gedichte und ihre klingende Stille.

UD: Sylvae horridae? Nur für Bequemlinge, Faulköpfe. Das auszusprechen, »verbietet sich« der König Kunde. Aber nicht mir. Taub ist Seine Majonäsität für den Sternschnuppenschrei, blind für die Ornamente des Windes. Kurz: wo ich die Leser für voll nehme, achte, ihnen etwas zutraue, erreicht mich oft die Beschwerde, daß ich ihnen unverschämt viel zumute. Eine einzige Querantwort, ja schon der Dreisatz: »Die wenigsten kommen blöd zur Welt. Sie werdens dann nur. Aus Bequemlichkeit«, und sogar intelligenten Nützlingen des kategorischen Stümperativs entgeht die sprachliche (= soziale) Qualität eines Buchs. Wie wärs denn mal mit einer Kritik des Publikums? Nimmer lang, dann wird, wer dem regierenden Kollektivsinn außerordentlicher Selbstverblödung einen Relativsatz zumutet, wegen Körperverletzung angeklagt. (Die Bosse der Konzernokratie seh ich grinsen: deutsche Leitkultur!)

SU: Das Führerdeutsch feiert Auferstehung. »Wer Sprache nicht will, der blöke als Stimmvieh sein Heil!« – schrieben Sie vor einem Jahrzehnt. Und vor mehr als 25 Jahren in der ersten SAUWALDPROSA: »An die Wand gestellt vom Monster Mehrheit. Noch ein Ruck, dann wird er festgenagelt sein vom völkischen Zeigefinger, der auf ihn zielt, einen phallischen Schatten werfend ins Graue. Weißbart, wo ist dein Judenstern? Du hast keinen? Du bist kein Jude? Ah, das tut nichts zur Sache, Tatterchen. Es wird sich wiederholen. Unter anderen Vorzeichen.« – Unangenehm »deut(sch)lich« für Mitmacher, Mitläufer, Mitmarschierer und … Zuschauer links wie rechts …

UD: Daher meine »Schwierig«keiten! Sei’s drum. Kein Hochverrat ist niederträchtig. »Um die Welt zu verändern, muß der Gedanke zunächst das Leben des Menschen ändern, der ihn denkt. Er muß sich in ein Beispiel verwandeln«, lehrt Camus.

SU: Die SAUWALDPROSA – vieldeutig, aber nicht verwirrend, lehrreich, aber nicht belehrend – ist auch ein Buch der Beispiele.

UD: Und schon lange vor der »Hochzivilisation«, übersetze: High-Tech-Barbarei, sagte und lebte Ossip Mandelstam: »Heutzutage müssen Gedichte Zivilcourage ausdrücken.« Für die Prosa gilt mir das gleichermaßen. Poesie ist unteilbar. Sie wagt das Unmögliche – und stößt auch mal einen Tisch um, an dem »literarische Feinschmecker« Delikatessen schlampfen: in Burgunder eingelegte Angst, flambierte Skrupeltörtchen mit ’nem Schuß Betroffenheit, und als Dessert kandierte Lippenschaumröllchen, womöglich mit einer Idee Kognak. Pfuideibel, diesem Guten Geschmack! Und einen Sauwaldeberfurz in die Fauna der Snobs!

Erschienen in »Na bitte! – Sonderausgabe Uwe Dick«